Tag 9 – 23.10.2011

Xiamen – Shenzhen

Heute wird wieder mal richtig Strecke gemacht, Shenzhen vor den Toren von Hongkong ist das Ziel. Die achte Etappe führt entlang dem Meer in Richtung Süden, durch schöne Landschaften, hinein in eins der wirtschaftlichen Zentren der chinesischen Nation. Für die Fahrer der zweiten Gruppe ist hier allerdings schon Schluss, sie geben den Staffelstab weiter an die nächsten Piloten.

Fotos Tag 9

Ein Marathonlauf geht über eine Strecke von knapp 42,2 Kilometern und erfordert ein ordentliches Maß an Kondition. Unsere Marathonstrecke ist deutlich länger, dafür haben wir mit dem Audi Q3 ein komfortables und schnelles Auto zur Verfügung: Immer entlang der Küste führt die 608 Kilometer lange Route von Xiamen nach Shenzhen in der Provinz Guangdong – und damit bis vor die Tore von Hongkong. Auf aufregende Offroadeinlagen wird heute verzichtet, die bevorzugte Straßenart ist der mehrspurige Highway.

Der Übertritt von Fujian in die Provinz Guangdong erfolgt nach etwa drei Stunden Fahrt. Historisch gesehen ist die Küstenregion Guangdong ein Ort des Austauschs und der Kommunikation mit der Außenwelt: Schon die alten Römer fanden im 2. Jahrhundert den Weg hierher, und arabische Händler bauten bereits zur Zeit der Tang-Dynastie (618–907 n. Chr.) erste Wirtschaftsbeziehungen auf. Die ersten europäischen Handelsschiffe erreichten Guangdong Mitte des 16. Jahrhunderts.

Mit über 105 Millionen Einwohnern ist die Provinz heute die bevölkerungsreichste in China und zählt zugleich zu jenen mit dem größten Wohlstand. Im Zuge einer neuen Wirtschaftspolitik wurden 1978 die Städte Shantou, Shenzhen und Zhuhai als Sonderwirtschaftszonen eingerichtet und gleichzeitig – sozusagen als Modellversuch – in der gesamten Provinz das Wirtschaftssystem deutlich liberalisiert. Die beiden ehemaligen Kolonien und heutigen Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao grenzen direkt an Guangdong.

Mit rund 14 Millionen (vielleicht auch deutlich mehr, so genau weiß das niemand) hat Shenzhen mehr Einwohner als die etwa 100 Kilometer entfernte Provinzhauptstadt Guangzhou und ist selbst für chinesische Dimensionen eine „richtige“ Großstadt. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Hongkong hat sich Shenzhen in den vergangenen dreißig Jahren zur Stadt mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen Chinas entwickelt.

Video Tag 9

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Umso erstaunlicher, dass die Teilnehmer der Audi Q3 Trans China Tour davon wenig bemerken. Die Autobahn führt in eleganten Schwüngen bis in die Stadt hinein, links der Fahrstrecke blitzt immer wieder das Meer auf, rechts liegen weiche Hügel und höhere Berge. Die Neubauwohnblocks hier werden als Zweitwohnsitz für Vermögende angeboten. Doch wo sind die Fabriken, die unsere westliche Welt mit all der Elektronik, mit Handys und Computer, mit Staubsaugern und Waschmaschinen und mit so vielem mehr versorgen? Die liegen hinter den Bergen, ein schönes Stück landeinwärts.

Shenzhen ist wie gesagt eine reiche Stadt. Da kann man sich auch eine beachtliche Concert Hall leisten, von Aarata Isozaki gebaut und mit 1.700 Sitzplätzen ausgestattet. Und mit einer vom Wasser umspülten Fassade. Genau hier steht das Audi Tour Terminal, schon bekannt aus Peking und Shanghai, und hier nicht minder passend in die Landschaft gesetzt. Die Nachmittagssonne steht schon recht tief, als die Teilnehmer ankommen. Empfangen und mit der Zielfahne abgewunken, werden sie von André Lotterer, einem leibhaftigen Le Mans-Sieger.

Die zweite Welle der Audi Q3 Trans China Tour ist damit zu Ende, die Hälfte der Etappen geschafft. Doch spannende Tage liegen noch vor dem Team: Am Dienstag startet die dritte Gruppe, zuvor ist morgen noch Zeit, die faszinierende Metropole Hongkong kennen zu lernen.

Übrigens: Natürlich laufen die 20 Audi Q3 bislang völlig problemlos. Wenigstens muss heute an zwei Fahrzeugen ein Rad gewechselt werden. Sie hatten jeweils verlorenes Ladegut auf der Fahrbahn überrollt ...

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