Tag 6 – 20.10.2011

Shanghai – Hangzhou

1001 Nacht in China: Von der pulsierenden Handelsmetropole Shanghai nach Hangzhou, ans Ufer eines Sees, der aussieht wie ein klassisches chinesisches Aquarell. Wenn dann noch die Polizeikontrollaktion am Nachmittag gut ausgeht und das Abendessen im Restaurant 1001 von einer anmutigen Tänzerin begleitet wird – dann ist der fünfte Tag der Audi Q3 Trans China Tour ein weiterer guter Tag. Und er ist der perfekte Einstiegstag für die neuen Fahrer.

Fotos Tag 6

Die Sonne scheint heute nicht ganz so euphorisch wie an den ersten vier Tagen, ein leicht diesiger Himmel liegt über Shanghai. Das in Weiß auf Hochglanz lackierte Audi Tour Terminal leuchtet dennoch. Es steht direkt am Bund, gegenüber der weltbekannten Shanghai-Skyline, und wartet auf die Teilnehmer der nächsten Etappen. Angereist sind Journalisten aus Deutschland, Hongkong, Schweiz, Slowakei und Slowenien, um das Riesenreich China, die zweite Heimat von Audi, besser kennen zu lernen.

So verkaufte Audi in den ersten neun Monaten dieses Jahres hier die stolze Zahl von 226.010 Automobilen, immerhin eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 29,2 Prozent. Mehr als 300.000 sollen es bis zum Jahresende werden. Und auch für die Zukunft ist China ein wichtiger Pfeiler der Wachstumsstrategie von Audi. Zum einen, da ist man sicher, wird sich der Markt für Premiumautomobile in Zukunft durch den wachsenden Wohlstand sehr positiv entwickeln – auch unabhängig vom derzeit stagnierenden Gesamtmarkt. Zum anderen ist dieses Land vom Audi-Vertriebsnetz noch nicht wirklich erschlossen. Keine 200 Verkaufsstellen gibt es hier – dabei hat China allein 175 Millionenstädte! In den kommenden Jahren soll das Vertriebsnetz verdoppelt werden, und das scheint angesichts der Dimensionen Chinas längst nicht übertrieben.

An ihrem fünften Tag beginnt und endet die Trans China Tour in Städten, die schon jetzt zum Kernmarkt von Audi in China gehören. In Shanghai herrscht immer Rushhour. Die neuen Teilnehmer fahren ihre ersten Kilometer in diesem Land, und sie haben jetzt ausgiebig Gelegenheit, sich an die Verkehrsverhältnisse einer chinesischen Millionenmetropole zu gewöhnen. An der einen oder anderen Ampel – manche von ihnen zählen die Sekunden bis zur nächsten Grünphase herunter – ist Geduld gefragt, dennoch ist auch hier der Verkehr flüssiger und die Orientierung problemloser als erwartet.

Die Provinz, durch die es heute geht, trägt den Namen Zhejiang und zählt zu den kleinsten Verwaltungseinheiten Chinas. Allerdings hat Zhejiang nicht nur eine wild zerklüftete, sondern mit knapp 6.500 Kilometern auch die mit Abstand längste Küstenlinie aller Provinzen. Dank ihrer den Handel begünstigenden Lage am Ostchinesischen Meer ist Zhejiang recht wohlhabend. Auch die Binnenschifffahrt hat in der fruchtbaren Region eine lange Tradition: Auf dem Kaiserkanal, auch Großer Kanal genannt, wurden schon zu frühen Zeiten Lebensmittel in den unterversorgten Norden verschifft. Das südliche Ende der historischen Wasserstraße verläuft teilweise fast parallel zum Highway. Ganz klar, auch diesmal steht ein Superlativ auf dem weiteren Programm. Mit einer Länge von 35.673 Metern ist die Hangzhou Bay Bridge eine der längsten Ozeanbrücken der Welt, mit einer Raststätte als schwimmender Insel in ihrer Mitte.

Nun sind ein paar Worte zur Verkehrspolizei in China fällig. Denn sie ist – und das überrascht jeden Teilnehmer aus dem Westen zunächst – weitaus entspannter als erwartet. Wenn man einen der betagten VW Santana der Ordnungskräfte mit ihren blauroten Blicklichtern auf der Autobahn überholt, selbst mit leicht überhöhter Geschwindigkeit, bleiben die Herren in Uniform cool. Selbst wenn man, wie unabsichtlich passiert, unter Beobachtung eines Polizisten über eine knallrote Ampel fährt, bleibt der cool. Natürlich darf man nichts provozieren, aber die Herren der Verkehrsaufsicht erscheinen nach ein paar Tagen Fahrroutine nicht mehr als Bedrohung.

Video Tag 6

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Doch Vorsicht – wenn sie arbeiten, dann motiviert. Einige Fahrer aus der Tour dürfen das heute erleben: Autobahnraststätten werden gerne von Polizisten bewacht, viel zu tun scheinen sie dabei meist nicht zu haben. Umso besser also, wenn sich ihnen ein Mensch mit eindeutig westlicher Physiognomie am Lenkrad eines Automobils nähert. Denn, das muss man auch wissen, Ausländer bekommen in China nur nach langwieriger Prozedur einen Führerschein. Die Ausnahme sind provisorische, nur drei Monate gültige Lizenzen, wie sie jeder der Audi Q3-Fahrer besitzt.

Unser Polizist an der Raststätte nahe der Stadt Ningbo hat aber solch ein Provisorium scheinbar noch nie gesehen. In jedem Fall bewertet er bei seiner Fahrzeugkontrolle den Führerschein sofort als Fälschung, kassiert ihn ein, samt Reisepass und Fahrzeugschlüssel, und hält mit derselben Prozedur gleich zwei folgende Audi Q3 auf. Nun versteht der Uniformierte natürlich kein Wort English, der einigermaßen überraschte Kontrollierte auch kein Wort Chinesisch. Es folgen Vermittlungsversuche eintreffender Begleitmenschen und ausdauerndes, nervöses Telefonieren aller Beteiligten.

Schließlich entscheidet der Polizist auf Verhör in der Zentrale und bedeutet chinesischen Tour-Helfern, dass sie, die drei Audi-Fahrzeuge samt den Ausländern als Beifahrer ihm folgen sollen – zur beeindruckend mächtigen Polizeistation von Ningbo. Dort weiteres Telefonieren, bis der Kenntnisstand des Polizisten so weit fortgeschritten ist, dass es mit dem Plastikkärtchen des „lao wai“, des Ausländers, seine Richtigkeit hat. Alles o.k. also, er gibt die Papiere an einen der Tour-Begleiter zurück. Allerdings kommt jetzt die Auflage, dass die Europäer dennoch nicht mehr selbst fahren dürfen. Nicht an diesem Tag. Oder wenigstens nicht unter seinen Augen. Denn das Wichtigste ist: Der Polizist muss sein Gesicht wahren. Nur keinen Fehler eingestehen.

So kommt doch jeder der 20 Audi Q3 nach Hangzhou, dem heutigen Etappenziel – und sicher eine der schönen Städte Chinas. Wer am Westsee steht, der an die Innenstadt grenzt, findet sich inmitten eines wunderschönen Postkartenmotivs wieder. Hinter den Weiden, die das Ufer des 500 Hektar großen Sees säumen, erheben sich grüne Hügel, auf denen wiederum charakteristische Pagoden stehen. Auf dem Wasser schippern kleine Boote gemächlich dahin – Idylle pur. Mit einigen der Schiffchen fährt die Q3-Truppe zum Dinner, das begleitet wird von den anmutigen Bewegungen einer jungen Tänzerin – China von seiner schönsten Seite.

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